Karl Valentin - Die Orchesterprobe und andere Katastrophen

Ein Abend mit Humor, schrill, schräg und schön, brillant und grotesk zugleich. Eine Produktion des ValentinKarlstadt Theaters München und MünchenMusik, Musikauswahl und Arrangements von Christian von der Au Texte Karl Valentin, Zusatztexte Karl-Heinz Hummel

Mit größter Hartnäckigkeit und frechem Mundwerk schafft es der unbegabteste Musiker des kleinen Vorstadtorchesters immer wieder, die Probe zu stören: Er braucht nicht „so viele Noten“, findet „wer übt, hats nötig“ und übersetzt „Philharmonie“ mit „jeder spielt was anderes“. Nach endlosen, zwerchfellerschütternden Verrenkungen spielt er endlich seinen Ton (natürlich den falschen), verpasst den nächsten Einsatz und resigniert „die hol ich eh nicht mehr ein.“ In der haarsträubenden, zeitlosen Komödie gibt „Valentin“ nacheinander den Trompeter, Violinisten und Schlagzeuger. Ständig unterbricht und provoziert der „schlechte Musiker“ den Vorstadtkapellmeister („Karlstadt“), indem er ihn in belanglose Diskussionen verwickelt. Das Ganze gipfelt in den hochphilosophischen Diskurs über den Zufall. In der Zwischenzeit gibt das „Orchester“ unsägliche Kostproben mit mal schwungvoller und mal skurriler Musik ab. Es erklingen „originelle“ Arrange ments bekannter Ouvertüren von Mozart, Strauß, Rossini, von Suppé und anderen. Zunehmend wird jede Valentinsche Entgleisung auch als Erlösung von der „Katzenmusik“ begriffen. Wie immer bleibt Valentin stur und lässt mit der typischen Bockigkeit gegenüber der Obrigkeit keinen Konsens zu.

VALENTIN-KARLSTADT THEATER MÜNCHEN
Das ValentinKarlstadt Theater München sorgt in der Neuinszenierung für immer neue Verstrickungen, verpasst jedesmal rechtzeitig das Lösen der Schlingen und lässt mit Bravour die Szenen des unvergessenen Münchner Kabarettisten und Komikers im berühmten Chaos enden. Bevor die „Orchesterprobe“ mit der musikalischen Pflichtübererfüllung „Karl Valentins“ ad absurdum geführt wird, spielt sich „der Trompeter von Säckingen“ in den Vordergrund und machen die Musiker untereinander „So ein Theater“. Ein musikalisch-komischer Abend rund um einen Komiker, der vor dem historischen Hintergrund seines Schaffens weitaus mehr Tiefgang hat als weitläufig vermutet. Dies haben schon zu Lebzeiten Zeitgenossen wie Brecht und Tucholsky erkannt.

CHRISTIAN VON DER AU
Christian von der Au studierte an der Musikhochschule München u.a. das Fach Komposition für Film und Fernsehen bei Prof. Enjott Schneider. Er komponierte Bühnenmusiken für die Münchner Kammerspiele, die Lach & Schießgesellschaft und andere Münchner Theater- und Filmmusiken wie z.B „Die Sturzflieger“ oder „Weißblaue G’schichten“; außerdem ca. 30 Lieder für Katja Ebstein, Martin Lüttge, Kurt Weinzierl, Veronika Faber, Jan Biczyki, Johannes Reichert, Rolf Parchwitz, Karin Boyd u.a.
Als Musikalischer Leiter war er unter anderem für die Revue „Victor und Victoria“ tätig und stand in vielen Theaterstücken als Musiker und Darsteller auf der Bühne.

KARL VALENTIN
Karl Valentin ist auch nach seinem Fortgang aus dieser Welt am Rosenmontag, dem 9.Februar 1948, noch ein weit über die bayerischen Landesgrenzen hinaus bekannter Münchner Schauspieler, Komiker und Humorist geblieben. 1908 gelang ihm der künstlerische Durchbruch mit seinen selbstverfassten Monologen. Er erhielt ein Engagement im „Frankfurter Hof“, wo er 1911 seine Partnerin Liesl Karlstadt kennenlernte. Allein oder zusammen mit ihr stellte er in zahlreichen, selbstverfassten Sketchen und Komödien – rund 400 sollen es insgesamt sein – die Hilflosigkeit des Menschen in seiner verzwickten Alltagswelt dar. Der „Buchbinder Wanninger“ dürfte neben der „Orchesterprobe“ wohl zu den bekanntesten zählen. In den 1920er Jahren und danach wurden Karl Valentin und Liesl Karlstadt, die auch als Wegbereiter des absurden Theaters gelten, durch Auftritte in Berlin, Wien und Zürich auch über München und Bayern hinaus bekannt. Zahlreiche seiner Sketche sind noch heute als Filme erhalten. Sein letzter Auftritt fand – nach Zurückhaltung zwischen 1941 und 1946 – zusammen mit Liesl Karlstadt am 31.Januar 1948 im „Bunten Würfel“ statt.

Pressestimmen
"Ich war restlos begeistert... Sie schaffen es hervorragend, die beiden auf der Bühne wieder lebendig zu machen... mein Großvater hätte sich sehr über diese gelungene Inszenierung gefreut" Annelise Kühn

"Besser und näher an den Originalen kann man den sperrigen Humor von Karl Valentin und Liesl Karlstadt nirgends sehen. (…) Ein rundum gelungener Katastrophen-Abend" Abendzeitung
 

Cube 521 1-3, Driicht, Marnach, Luxembourg

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