JEAN MULLER - MOZART-ZYKLUS IM CUBE 521

Erwachsene:20.00€ / Gruppe:17.00€ / < 26 Jahren:10.00

W. A. Mozart - Sämtliche Klaviersonaten, Konzert 3. Im Rahmen des Klenge Maarnicher Festival 2016.

Sonate Nr 10 C-Dur KV 330

Allegro moderato

Andante cantabile

Allegretto

ERSTER SATZ  Es überrascht nicht allzu sehr, dass die C-Dur-Sonate KV 330 in vieler Hinsicht einen starken Gegensatz zur vorhergehenden

a-Moll-Sonate darstellt, bedenkt man die biographische Situation Mozarts. Abgesehen vom dunkleren f-Moll-Mittelteil des zweiten Satzes ist nichts mehr von der Düsterkeit der Stimmung der a-Moll-Sonate zu spüren, der erste Satz ist geradezu in übertriebene, übermütige Fröhlichkeit getaucht.

ZWEITER SATZ   Einer der schönsten aller Mozart’schen Andante-Sätze ist dann das nachfolgende Andante cantabile in F-Dur mit seinem wunderbaren f-Moll-Mittelteil und der feinen kontrapunktisch geführten Stimmführung des As-Dur-Teiles dieser Episode. Die letzten vier Takte stehen noch nicht im Autograph, sie wurden vermutlich von Mozart erst für den Erstdruck hinzukomponiert und runden den Satz auf bezaubernde Art ab.

DRITTER SATZ Der dritte Satz ist ein heiteres Allegretto in Sonatenform, dessen Thema wie in einem Klavierkonzert zwischen „Solo“ und „Tutti“ alterniert. Wie im ersten Satz führt die Durchführung ein neues Thema ein, das hier volksliedhaften Charakter zeigt. Man könnte den Text eines Wiener Scherzliedes Wort für Wort daruntersetzen: „unsre Katz hat Junge kriegt / siebne, achte, neune / ‘sletzte hat kein Schwanz net g’habt / Sieht man hinten eine …“

Sonate Nr 9 D-dur 311

Allegro con spirito

Andante con espressione

Rondeau (Allegro)

ERSTER SATZ   Die D-Dur-Sonate KV 311 zeigt im ersten Satz gewisse Verwandtschaften zur älteren D-Dur-Sonate, der „Dürnitz-Sonate“. Auch hier ist der erste Satz ein orchestrales „brio“. Diese Sonate atmet wie die vorhergehende in C-Dur Mannheimerische Spielfreude und Fröhlichkeit. Eine Überraschung ist die Abweichung zwischen dem Ganzschluss in Takt 37 und dem Trugschluss in Takt 110.

ZWEITER SATZ   Der zweite Satz kann formal als „Sonatenform-Satz ohne Durchführung“ bezeichnet werden. Das liedartige Thema besteht aus elf Takten (4+3+4). Es folgt ihm eine Episode, und danach überrascht anstelle eines kontrastierenden Seitenthemas eine wunderbar variierte Wiederkehr des Themas in D-Dur in Takt 25. Die Reprise setzt dann in Takt 39 ein.

DRITTER SATZ   Der Schluss-Satz ist eines jener „Jagd-Rondos“ im 6/8-Takt, wie sie Mozart liebte und wie wir sie so oft in den Klaviersonaten (KV 576) wiederfinden.

Pause

Sonate Nr 17 B-dur KV 570

Allegro

Adagio

Allegretto

Viele B-Dur-Werke Mozarts fallen durch ihren sanften und manchmal dunklen, resignierten Ton auf. Zu den Kompositionen, auf die diese Charakteristik zutrifft, gehört nicht nur das bekannte letzte Klavierkonzert KV 595, sondern auch die weniger berühmte Klaviersonate KV 570.

ERSTER SATZ Im Vergleich zur ähnlich beginnenden F-Dur-Sonate KV 332 fehlt dieser Sonate das energische Vorwärtsdrängen. Aber der Dramatiker Mozart kann sich auch in diesem lyrischen Stück nicht ganz verleugnen, und der Beginn der Durchführung mit der plötzlichen Rückung nach Des-Dur reißt Tiefen auf. Die Spannung steigert sich im weiteren Verlauf durch den sich in der Tonhöhe – und sicher auch im Tonvolumen – hinaufschraubenden zweiten Gedanken des Themas (Takt 84-94), in das dann im p der erste Themengedanke im Bass in G-Dur einsetzt. Die Tonrepetitionen nehmen ein wenig Papagenos Geplapper voraus. Die thematische Sparsamkeit in diesem ersten Satz mit der kunstvollen Vertauschung der Stimmen erinnern ebenso wie das heitere Schlussrondo dieser Sonate etwas an Haydn.

ZWEITER SATZ   Weit weniger ist dies der Fall beim sehr verinnerlichten Mittelsatz, einem Adagio in Es-Dur, trotz der Imitation des Hornklanges im Thema. Hier ist eine „Resignation ohne Bitterkeit“ ausgedrückt, eine entrückte Abschiedsstimmung, Musik, von der alle Erdenschwere abgefallen zu sein scheint. Die c-Moll-Episode dieses Satzes, der in Rondoform (oder fünfteiliger Liedform) gebaut ist, ist eng mit der c-Moll-Stelle des Mittelsatzes aus dem Klavierkonzert KV 491 verwandt; Takt 14 ist ein fast wörtliches Zitat daraus.

DRITTER SATZ   Dem Schlussrondo fehlt das Ritornell in der Mitte, so dass es die Form A-B-C-A hat. In der zweiten Episode (Abschnitt C) erinnern die Tonrepetitionen wiederum an die „Zauberflöte“, diesmal aber mehr an das Fugato der Ouvertüre als an Papagenos Arie.

Sonate Nr 11 A-dur KV 331

Andante grazioso

Menuetto

Alla turca ( Allegretto )

ERSTER SATZ Schon früh war die A-Dur-Sonate KV 331 eines der beliebtesten Stücke Mozarts. Sie beginnt mit einem Variationssatz über ein inniges Andante grazioso-Thema und unterscheidet sich so durch das Fehlen eines Satzes in Sonatenform von allen übrigen Sonaten. Auch die Beibehaltung der gleichen Grundtonart in allen drei Sätzen lässt formal eher an ein Divertimento als an eine Sonate denken. Sonatenhaft hingegen sind die vielen melodischen und satztechnischen Entsprechungen zwischen den einzelnen Sätzen. Es ist wohl kein Zufall, dass der Schluss des Variationen-Themas notengleich am Ende des Menuetts, dass an Stelle eines langsamen Mittelsatzes steht, zitiert wird, dass das Überkreuzen der Hände in der vierten Variation des Stirnsatzes seine Entsprechung im Menuett-Trio des dritten Satzes bereits in der dritten Variation des Stirnsatzes vorweggenommen wird und ebenso das lautstarke Ritornell des Rondos in der (6.) Schlussvariation des ersten Satzes bereits anklingt.

ZWEITER SATZ Der zweite Satz, ein Menuett, beginnt – ungewöhnlich - mit zwei fünftaktigen Perioden. Solche Abweichungen vom üblichen Viertakt-Schema, selbst in Tanzsätzen, gehören jedoch zu Mozarts besonderen Stil-Eigenheiten.

DRITTER SATZ  Der dritte Satz, mit „Alla Turca“ überschrieben, ist ein Marsch in einer Art Rondo-Form, der durch die Bevorzugung der Moll-Tonarten (am Beginn wird von a- nach c-Moll, später von fis- nach cis-Moll moduliert) exotisches Kolorit schafft. Im A-Dur-Ritornell imitiert Mozart auf köstliche Art den Schlagzeug-Charakter der Janitscharen-Musik, jener türkischen Musik, die unserer europäischen Militärmusik als Modell diente. Dabei nahm Mozart eine spätere Wiener Erfindung im Klavierbau vorweg, das „türkische“ Schlagzeug-Pedal, mit dessen Hilfe eine eingebaute Schlagwerk-Batterie zum Klingen gebracht werden kann. Der Effekt ist ähnlich dem, der in der Ouvertüre zur „Entführung aus dem Serail“ vorkommt.

Texte aus:

Mozarts Klaviersonaten

von Paul und Eva Badura-Skoda

G. Henle Verlag

Cube 521 1-3, Driicht, Marnach, Luxembourg

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