Dominique Horwitz & Jourist Quartett. Liebe und andere Unglücksfälle.

Erwachsene:25.00€ / Gruppe:20.00€ / < 26 Jahren:12.00

Konzerttangos aus Russland von Efim Jourist und russische Erzählungen von Iwan Bunin (Literatur-Nobelpreisträger). Dominique Horwitz, Sprecher. Edouard Tachalow, Violine. Jakob Neubauer, Bajan & Bandoneon. Andreas Dopp, Gitarre. Johannes Huth, Kontrabass.

Der Schauspieler und Sprecher Dominique Horwitz
Der in Paris geborene Charakterdarsteller zog als Jugendlicher mit seiner Familie nach Berlin. Mit 19 Jahren erhielt er sein erstes Schauspiel-Engagement in der TV-Produktion „Eine Jugendliebe“. Es folgte mit Peter Lilienthals preisgekröntem Film „David“ seine erste Kinoproduktion. Seitdem spielte er Hauptrollen „Stalingrad“ (Regie: Josef Vilsmaier), „Stammheim“, „Nachtgestalten“, „Strayk – Die Heldin von Danzig“ (Regie: Volker Schlöndorff) oder „Die Frau des Friseurs“. In Fernsehspielen wie „Der große Bellheim“ (Regie: Dieter Wedel) begeisterte er ein großes Publikum und erhielt für seine Rolle in Oliver Hirschbiegels „Trickser“ 1998 den Goldenen Löwen. Im Jahr 2000 wurde ihm der Internationale Fernsehpreis für seine Arbeit in Michael Verhoevens „Enthüllung einer Ehe“ verliehen.
Trotz seiner über achtzig Film- und TV-Produktionen fühlt er sich aber vor allem im Theater zu Hause: 1978 debütierte er im Berliner Cabaret des Westens, spielte dann am Münchner Residenztheater, Hamburger Thalia Theater, an den Hamburger Kammerspielen, am Deutschen Theater Berlin, am Zürcher Schauspielhaus und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Dominique Horwitz arbeitet ebenfalls als Theater- und Opernregisseur. Als Sprecher und Sänger hat sich der vielseitige Schauspieler mit dem ausgeprägten Musik-Gespür hervorgetan.

Das Jourist Quartett
In Russland hat das Knopf-Akkordeon – das Bajan – eine ebenso eigenständige Klangentwicklung wie bedeutende Kultur hervorgebracht. Efim Jourist, der Namensgeber des Quartetts und einer der international herausragendsten Bajanvirtuosen, sowohl im klassischen Bereich wie in der Moderne, ist Anfang 2007 gestorben. Seine leidenschaftliche Musikalität, seine Lebensfreude und seinen schier unerschöpflichen Kompositionsreichtum lässt das Jourist Quartett in seinen Programmen weiterleben und entwickelt aus diesem Fundus Perspektiven für die Zukunft. Die vier Musiker an Bajan, Violine, Gitarre und Kontrabass spielen russischen Konzerttango. Die Kompositionen Jourists vereinen die Melodien der russischen Seele mit den südamerikanischen Rhythmen auf wunderbare Weise. Für die Bewahrung der künstlerischen Integrität im Sinne des Gründers stehen Edouard Tachalow, Violine, und Johannes Huth, Kontrabass, die mit Jourist bis zu seinem Tod eng zusammengearbeitet haben. Seit dem Tod von Efim Jourist Anfang 2007 ist Johannes Huth Leiter des Jourist Quartetts.

Literatur-Nobelpreisträger IWAN BUNIN (1870-1953)
Der Zauber russischer Erzählungen vergeht nicht. Auch nach ein paar Menschenaltern erscheinen sie frischer als das meiste, was der Trend verlangt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie vom Wichtigsten im Leben, vom Unvorhergesehenen handeln. Im Jahr 1933 erhielt der russische, im Pariser Exil lebende Schriftsteller Iwan Bunin, dessen Geburtstag sich 2020 zum 150. Mal jährt, den Nobelpreis für Literatur. Bunin war mit Tschechow, Turgenjew und Gorki befreundet. Als Sohn eines Gutsbesitzers aus der Provinz begann er mit Dorfgeschichten, die zur Idylle neigten und ein lyrisch geschöntes Bild vom Landleben boten. Erst nach der Revolution von 1917, als er nach Frankreich emigrieren musste, fand seine Prosa zu einer federnden, rücksichtslosen Kraft, und seine Geschichten wurden immer abgründiger. Fern von den Illusionen des Symbolismus sprechen sie von Chaos, Melancholie, Begierde und Wahnsinn. Aus Bunins bester Zeit, den Jahren 1916 bis 1944, stammen die Novellen dieses Bandes. Als Kosmopolit wider Willen kannte er die Côte d’Azur und das algerische Constantine so gut wie die sommerlichen Boulevards von Moskau und die Absteigen und Gerichtssäle von Sankt Petersburg. Kleinstädte am Ende der Welt, dunkle Alleen, kaukasische Kurorte sind die Schauplätze der plötzlichen Leidenschaften und der unerklärlichen Verbrechen, von denen er erzählt. Und immer wieder findet sich der Leser an Bord eines Schiffes, eines Wolga-Dampfers, der träge dahingleitet, in einer Luxuskabine auf der Fahrt zur Krim.


Pressestimmen
Dominique Horwitz und das Jourist Quartett öffneten ein Schmuckkästchen voller Perlen der Lyrik und konzertanter Tangomelodien... Edouard Tachalow (Violine), Jakob Neubauer (Bajan), Christian Schulz (Gitarre) und Johannes Huth (Kontrabass) verbanden Klänge russischer Seele mit dem Rhythmus südamerikanischer Tangos – alles Kompositionen des berühmten verstorbenen Bajan-Spielers Efim Jourist – als wären sie Iwan Bunin beim Schreiben seiner Texte auf Schritt und Tritt gefolgt. Johannes-Christoph Weis, Badische Neueste Nachrichten, 27.10.2015

Mal tanzt der Körper, mal tanzt die Seele bei diesem Konzert, doch stets sind beide präsent, nichts, was sie trennte, alles, was sie verbindet. Ein feinsinniger, kunstvoller Dialog über das Leben in seiner ganzen Vielfalt entspinnt sich da – zwischen den beiden Komponisten, zwischen den vier Instrumentalisten und zwischen Musik und Publikum... Es ist eine hohe Kunst, die Liebe und die Leidenschaft, in der sich ein Musiker für ein Thema schier verzehrt, mit einem gleich hohen Niveau an Können und Spielfertigkeit zu vereinen. Ulrich Pfaffenberger, Süddeutsche Zeitung, 20.03.2017

Foto: Ralf Brinkhoff

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